Holzschnitzereien

Die Kunst der Holzschnitzerei

Schon im Mittelalter schnitzten bekannte Künstler in ihren Werkstätten hervorragende Kunstwerke für unsere Kirchen - Figuren und Altäre. Sie waren oft Bildhauer, Maler und Schnitzer. Hans Multscher (Sterzinger Hochaltar) war Wegbereiter für viele bekannte Künstler und Gründer der Ulmer Schule.

Auch im Alpenraum, mit seinen abgelegenen Tälern, beschäftigten sich die meist armen Bewohner mit dem Rohstoff Holz. Holz war genügend vorhanden und in den langen Wintermonaten hatten sie reichlich Zeit. Doch sehr lange schnitzten sie nur notwendige Dinge des alltäglichen Lebens, Werkzeug, Haushaltsgegenstände und Spielsachen.

Bedingt durch die langen Winter schnitzten die Männer oft mehr Gegenstände, als sie und ihre Familien brauchten. Diese Schnitzprodukte verkauften sie dann im Frühjahr auf Märkten, um ihr karges Einkommen aufzubessern.

Wahrscheinlich wurden ab dem 16. Jahrhundert auch immer mehr sakrale Figuren geschnitzt und verkauft. Nach und nach spezialisierten sich dann viele Familien in den Tälern Tirols, verwurzelt in der Tradition ihrer Religion, auf das Schnitzen von religiösen Figuren, wie Madonnen und Heilige, ergänzten dieses Angebot dann durch Krippen und den dazu passenden Krippenfiguren.

Später wurden auch nach und nach profane Skulpturen geschnitzt. Sie sehen, die Holzschnitzerei hat eine sehr lange und erfolgreiche Tradition in Tirol und wurde weltbekannt. Nach wie vor ist handwerkliches Geschick notwendig, um Madonnen, Heiligenfiguren, Engel, Krippen samt Krippenfiguren und auch moderne, profane Skulpturen zu schnitzen.